Jana Gornik

Jana

Ich heiße Jana, bin 23 Jahre alt und studiere Soziologie und Erziehungswissenschaft mit einem Fokus auf Gender Studies an der Universität Bielefeld. Sport, insbesondere Basketball, spielt für mich eine wichtige Rolle. Zum einen als mein persönlicher Ausgleich und eine Kraft-Ressource; andererseits bearbeite ich das Thema Sport (und Geschlecht) im Rahmen meines Studiums. (Bielefeld)

Kontakt: jana.gornik@web.de

Wo und wann bist du ungleichgültig? Und warum?

An vielen Stellen. Besonders bei (Frauen-)Sport. Aber eigentlich überall dort, wo nicht alle Menschen die gleichen Zugänge haben und/oder ungerecht behandelt werden. Ungleichgültigkeit hat für mich viel mit der eigenen Person zu tun. Wer bin ich? Welche gesellschaftliche Position nehme ich ein? In welchem Verhältnis stehe ich zu der Person neben mir? Ungleichgültig-Sein bedeutet Andere wahrzunehmen und sich solidarisch zu verhalten. Ungleichgültig-Sein ist zwischenmenschlich. Ungleichgültig-Sein bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Ich tue dies, indem ich einen Lebenstil führe, mit dem ich mich gut fühle. Ich konsumiere keine Tierprodukte, probiere, ressourcenschonend zu leben und mich in meinem Handeln zu reflektieren. Fehler einzugestehen, aktiv antirassistisch zu sein und mich für Diskriminierungsformen zu sensibilisieren. Gespräche zu führen, auf Demos zu gehen, zuzuhören oder aktiv das Wort abschneiden. Alles mögliche, aber nicht tatenlos sein.

Wo und wann bist du gleichgültig? Und warum?

Mir fällt es schwer, diese Frage zu beantworten. Im ersten Moment hätte ich gesagt, dass mir Männer-Sport und Luxusgüter gleichgültig sind. Gleichzeitig sind mir die Strukturen, in die diese Phänomene eingebunden sind, überhaupt nicht gleichgültig. Das macht es schwierig. Hmm...

Wie könnte eine ungleichgültige Stadt aussehen?

Eine ungleichgültige Stadt ist eine, die nicht dem Stillstand verfällt. Es geht nicht um (wirtschaftlichen) Wachstum, sondern eine gesellschaftliche und soziale Entwicklung. Wenn alle die Möglichkeit bekommen, ihre Umgebung mitzugestalten, dann kann eine Stadt ungleichgültig sein. Dabei spielen Bildungsprozesse eine wichtige Rolle. Bildung, Emanzipation und reflexives Handeln muss einer ungleichgültigen Stadt vorausgehen und sie stetig begleiten. Es ist kein Platz für rechte Hetze, es ist kein Platz für Diskriminierung und es ist kein Platz für Profitgier. Eine ungleichgültige Stadt ist aktiv, demokratisch und vielleicht auch autonom und anarchistisch.

Foto: ©️ 2020 Lara Müller