Alma de Veer

Alma

Ich bin Alma, 21 Jahre alt und wohne seit circa zwei Jahren in Bielefeld, um mein Studium in den Bereichen Politikwissenschaft und Anglistik abzuschließen. Aufgrund mehrerer Umzüge habe ich gelernt, dass nicht der Ort selbst bedingt, ob man sich wohlfühlt, sondern die Menschen, welche an diesem Ort leben und diesen täglich mit ihren Gedanken und Handlungen gestalten und prägen. (Bielefeld)

Kontakt: almadeveer@gmx.de

Wo und wann bist du ungleichgültig? Und warum?

Ungleichgültig-Sein fängt für mich damit an, auf Ungerechtigkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam zu werden und diese zu verstehen. Diese können in verschiedensten Bereichen auftreten. So bin ich unter anderem ungleichgültig gegenüber Rassismus, Sexismus, Transphobie, Massentierhaltung und Überproduktion. Ich finde es wichtig, gesellschaftlichen Problemen und Benachteiligungen aktiv entgegenzuwirken. Sowohl im Alltag wie auch in Vereinen oder Organisationen, um bewusst für Gleichberechtigung und Verbesserung von Lebensumständen von Menschen und Tieren einzustehen. So arbeite ich zum Beispiel beim IBZ Friedenshaus in Bielefeld mit neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen zusammen. Auch die Vermittlung von Kultur spielt für mich eine wichtige Rolle, weshalb ich momentan bei der Rudolf-Oetker-Halle arbeite und auch früher schon am Theater gearbeitet habe. Bildung, Offenheit und Diversität über Kultur weiterzugeben ist mir ein wichtiges Anliegen. Auch in meiner späteren persönlichen und beruflichen Zukunft habe ich das Ziel, mich im sozialen Bereich zu engagieren.

Wo und wann bist du gleichgültig? Und warum?

Ich bin gleichgültig gegenüber Trends, Autos und materiellen Dingen, die ich als unnötig erachte. In diesen Momenten finde ich es in Ordnung, gleichgültig zu sein. In anderen Situationen ist dies jedoch nicht der Fall, denn wer in manchen Momenten gleichgültig sein kann ist meiner Meinung nach privilegiert gegenüber Personen, die diese Möglichkeit nicht haben. Somit sollte man dieses Privileg so selten wie möglich ausnutzen. Beobachte ich als weiße Person zum Beispiel Rassismus, kann ich jederzeit entscheiden, mich nicht offen gegen diesen auszusprechen und „schütze“ mich in dem Moment, indem ich mich nicht in die Situation einmische und somit auch keine Aufmerksamkeit errege. Ich finde es jedoch gegenüber Menschen, welche dieses Privileg nicht haben, nur fair an mir zu arbeiten und in keiner Situation wegzuschauen, in der mir Ungerechtigkeiten auffallen. Nur so kann man solidarisch für Personen in seinem Umfeld eintreten und dies macht meiner Meinung nach Zusammenhalt und Unterstützung innerhalb einer Gesellschaft aus.

Wie könnte eine ungleichgültige Stadt aussehen?

Eine ungleichgültige Stadt ist für mich eine Stadt, in der die Menschen gegenseitig auf sich achten, sich unterstützen und stets darum bemüht sind, ein gleichberechtigtes, friedliches und sicheres Leben für Alle zu ermöglichen.

Foto: ©️ 2020 Lara Müller