Nabila

Nabila

Mein Name ist Nabila. Ich bin 32 Jahre alt. Ich habe den Beruf der Raumausstatterin mit Schwerpunkt Polstern gelernt. Ich bin Musikerin im Bereich Hip-Hop und neben meiner eigenen Show und diversen Auftritten, gebe ich unteranderem auch Rap, Tanz und Empowerment Workshops.

In welchen Momenten zeigen Sie sich in Ihrem Alltag ungleichgültig?

Also ich denke, das beginnt bei mir schon morgens, nach dem Aufstehen. Es ist mir wichtig, meine Flasche Wasser vor einem gesunden Frühstück zu trinken und Sport zu treiben, um meinen Körper und meinen Geist gesund auf Balance zu halten. Da dies bei mir eine Regelmäßigkeit aufweist, zeigt es mir eine Ungleichgültigkeit auf, die ich mir gegenüber habe. Die Ungleichgültigkeit zu mir habe ich auch, wenn ich Musik produziere. Da bin ich mir, glaube ich, am wichtigsten.

Warum zeigen Sie sich in diesen Momenten ungleichgültig?

Mir ist es wichtig, mit einer gewissen Haltung in den Tag zu starten und mich vorzubereiten, um meine kreative Produktivität mit Konzentration und Energie zu fördern. Und in der Musik kreiere ich Songs aus Emotionen, Erlebnissen und Gedanken. Eine Zusammenfassung der Elemente, die ich künstlerisch und intim verpacke.

Wo sind Sie gleichgültig?

Ich versuche, Ärgernisse als gleichgültig zu betrachten. Dinge, die negative Gefühle hervorrufen können wie Wut oder Hass. Die Gleichgültigkeit dazu sollte nicht bedeuten, diese negativen Gefühle zu verdrängen, sondern eher dazu beitragen, sie besser filtern zu können.

Nabila

„Neue Dinge auszuprobieren und dabei auch Fehler anzuerkennen und Selbstkritik zuzulassen.“

Wenn Sie das gesellschaftliche Klima in Bielefeld der letzten Jahre Revue passieren lassen, wo sehen Sie Veränderungen?

Ich bin hier geboren und aufgewachsen und habe die Stadt im Wandel ihres Wachstums ganz gut beobachten können. Vor allem, als ich drei Jahre davon im Ausland lebte und zwischenzeitlich immer wieder herkam. Bielefeld ist bunter geworden. Natürlich hat die Zuwanderung der Menschen aus den Krisengebieten einen Teil dazu beigetragen, aber auch die Universität, die durch ihr Auswahlangebot viele junge Menschen aus anderen Städten herbeilockte.

Wie haben diese Veränderungen das gemeinschaftliche Zusammenleben in Bielefeld beeinflusst?

Der Kulturkonsum hat die Gesellschaft hier, meines Erachtens, in den letzten Jahren etwas mehr zusammengebracht. Dadurch ist das Vertrauen untereinander größer geworden und man begegnet sich nicht mehr mit so viel Skepsis. Was viele GroßstädterInnen oft nicht wissen, ist, dass Bielefeld ein großes Spektrum an KünstlerInnen aufweist. Sei es im Mal-, Musik-, Tanz- oder im Theater-Bereich. Wir haben viele junge Menschen, die sich künstlerisch ausleben. In diesem Sinne entstand auch meine Show „JACKMOVE“, die ich vor vier Jahren ins Leben gerufen habe. Sie bietet eine Plattform für KünstlerInnen aus allen Genres, die so die Möglichkeit haben, ihre Kunst vorzutragen — intern und vor ihrer eigenen Community.

Wie stellen Sie sich ein ungleichgültiges Bielefeld vor? Wie könnte ein ungleichgültiges Bielefeld aussehen?

Ein ungleichgültiges Bielefeld würde für mich so aussehen, dass man sich mehr traut, nach vorne hin frei zu sein und diese Freiheit auch ausleben zu dürfen, ohne Angst vor der Verurteilung anderer zu haben. Wichtig ist es dabei, die Kritik an sich selbst zuzulassen. „Meinungsfreiheit“ und „künstlerische Freiheit“ stehen für mich da natürlich ganz weit oben.

Wo sind Sie in Bielefeld ungleichgültig?

Meine Ungleichgültigkeit bedeutet, mir selbst wichtig zu sein. Auf meinen Körper und meinen Geist Acht zugeben. Neue Dinge auszuprobieren und dabei auch Fehler anzuerkennen und Selbstkritik zuzulassen. Eine Balance und Ebene zu erschaffen, in der ich meine Persönlichkeit aufbaue und mich kreativ Entfalten darf, ohne Angst zu haben, von der Gesellschaft verurteilt zu werden.

Fotos: ©️ 2020 Lara Müller

Kontakt

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